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Kastration Hündin

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Die Läufigkeit und deren Verhütung bei der Hündin

Das durchschnittliche Läufigkeitsintervall beträgt bei der Hündin ca. 6 – 7 Monate. Es bestehen aber erhebliche rassebedingte und auch individuelle Unterschiede. Entscheidend für den Zeitpunkt des Läufigkeitseintrittes, ist das Erreichen des ausgewachsenen Körpergewichtes. Hündinnen kleiner Rassen sind schon im Alter von 10-12 Monaten ausgewachsen und werden meist mit ½ Jahr läufig. Großrassige Hündinnen erreichen ihr Endgewicht und ihre erste Läufigkeit oft erst nach dem ersten Lebensjahr.

Die Läufigkeit gliedert sich in vier Phasen:

Vorbrunst, Proöstrus:

Dauer ca. 9 Tage. Symptome sind Anschwellen der Vulva und beginnender blutiger Scheidenausfluss. Rüden werden nicht geduldet.

Brunst, Östrus:

Dauer ca. 9 Tage. Der Beginn ist gekennzeichnet durch die Duldung des Rüden. Der Eisprung beginnt meist am 2. bis 4. Tag der Brunst.

Nachbrunst, Metöstrus:

Dauer 9-12 Wochen. Nur in den ersten Tagen werden die Rüden noch Geduldet. Gegen ende des Metöstrus kann bei nichtgedeckten
Hündinnen die Scheinträchtigkeit einsetzen und zu dieser Zeit können sich auch entzündliche Veränderungen an der Gebärmutter entwickeln.

Zwischenbrunst, Anöstrus:

Dies ist die Phase der Eierstocksruhe. Sie beträgt zwischen 2 – 9 Monate.



Manipulation der Läufigkeit

Es gibt folgende Möglichkeiten der Läufigkeitsmanipulation.

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Verhinderung der Läufigkeit

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Verschiebung der Läufigkeit

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Unterbrechung der Läufigkeit

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Kastration

Bei der Verhinderung der Läufigkeit, will man eine totale Unterdrückung der Sexualfunktion über längere Zeit durch wiederholte Verabreichung von Hormonpräparaten erzielen. Bei der Verschiebung der Läufigkeit, wünscht man nur, durch entsprechende Hormonpräparate, ein kurzfristiges Hinausschieben einer Läufigkeit um einige Tage oder Wochen. In Einzelfällen will man bei einer Unterbrechung der Läufigkeit, diese Unterdrücken wenn sie schon eingetreten ist. Bei einer Kastration, wird die Sexualhormonproduktion endgültig abgestellt.


Vorteile der Läufigkeitsmanipulation:
Unkompliziert, schnell, geringe Kosten pro Behandlung
Erfordert keine endgültige Entscheidung pro oder kontra Fruchtbarkeit


Nachteile der Hormonbehandlung:

Die hormonelle Manipulation einer Hündin erhöht grundsätzlich die Wahrscheinlichkeit einer eventuellen Gebärmutterentzündung, auch Pyometra genannt. Die Pyometra ist eine nur bei der Hündin, ganz selten bei der Kätzin beobachtete, sehr ernste Erkrankung, die in der Regel nur operativ behandelt werden kann.
Hormonspritzen wirken nicht vorbeugend gegen Gesäugetumore.

Kastration (und nicht Sterilisation. Bei der Sterilisation werden die Eileiter durchtrennt. Die Sexualfunktion, der Sexualzyklus bleibt weiterhin erhalten). Bei der Kastration werden die Gebärmutter und die Eierstöcke unter Vollnarkose entfernt.


Vorteile:

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Kein Sexualzyklus mehr.

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Das Tier kann keine Gebärmutterentzündung mehr bekommen.

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Die Kastration ist die einzige heute bekannte Möglichkeit der Vorbeugung gegen Gesäugetumore. Dazu einige Zahlen: Jede vierte nicht kastrierte Hündin bekommt mit 6 Jahren (jede zweite mit 8-10 Jahren) Gesäugetumore, über 80% davon sind bösartig. Bei Tieren, die gleich nach der ersten Läufigkeit kastriert wurden, bekommt noch jede hundertste einen Gesäugetumor. Die Kastration vor der ersten Läufigkeit (mit 6 Monaten) senkt das Tumorrisiko praktisch auf 0%.


Nachteile:

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Es besteht, wie bei jeder Vollnarkose, ein theoretisches Narkoserisiko.

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Die Hündin bedarf, besonders in den ersten drei Tagen nach der OP, besonderer Beachtung, Zuwendung und Pflege.

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Sie muss ggfs. für 10 Tage einen Halskragen als Leckschutz tragen.

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Einige der kastrierten Hündinnen, besonders bei großen Rassen, neigen später zum Harnträufeln. Dieses lässt sich in aller Regel mit einem Medikament beheben, das dem Tier aber dann auf Dauer gegeben werden muss.

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Das Fell kann sich verändern: einige Tiere bekommen ein sehr dichtes, feines sog. "Babyfell". Sehr selten kann es zu schütterem Haarkleid oder zu Haarausfall kommen.

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Einige Tiere neigen zu Gewichtszunahme. Aber: nicht die Kastration macht dick, sondern die Kalorien!


Unsere persönliche Meinung ist die gegen eine regelmäßige hormonelle Läufigkeitsunterdrückung, da sie meist (immer) mit dem Risiko einer Gebärmuttervereiterung behaftet ist.


Sonderfall

Hilfe, meine Hündin ist fehlgedeckt worden !

Immer wieder kommt es vor, dass Rüden und Hündinnen gegen die Vernunft verstoßen, und die Natur gewinnt.

In den Fällen einer Fehlbedeckung ist es entscheidend, ob beide Tiere aneinander „hängen". Der Penis des Rüden besitzt einen deutlichen Schwellkörper, der, solange der Penis errigiert ist, wie ein Dichtungsring funktioniert. In dieser Phase kann der Rüde seinen Penis nicht aus der Scheide der Hündin ziehen. Beide Tiere „kleben" (hängen) für einige Zeit Po an Po aneinander. Kommt es nicht zum Hängen, ist die Wahrscheinlichkeit einer Bedeckung sehr gering.

Aber auch in unklaren Fällen haben wir heutzutage durch moderne Präparate die Möglichkeit eine Befruchtung zu unterbinden. Im Gegensatz zu entsprechend älteren Präparaten, tragen diese nicht das Risiko möglicher Spätschäden (Gebärmutterentzündungen).